Ausstellung

Das Besucherzentrum des Gemüsegartens

Ausstellung

Der Garten gibt sich zu erkennen – Alte Sorten, neue Fragen

Im Besucherzentrum des Gemüsegartens kann man sich bei jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit über den Garten informieren. Die Dauerausstellung «Der Garten gibt sich zu erkennen» umfasst vier Themen, die je mit einer Jahreszeit und einer typischen Pflanze des Gartens in Verbindung stehen. Anhand der Birne Sept-en-Gueule, die zum Frühling gehört, wird das Thema Biodiversität aufgeworfen. Die sommerliche Kartoffel Vitelotte illustriert Fragen, die sowohl die Landwirtschaft als auch die Wirtschaft berühren. Der Safran steht für den Herbst und die geschlechtliche Fortpflanzung der Pflanzen, und die winterliche Karde ruft die Bedeutung der Migration in Erinnerung, sei es jene der Menschen oder jene der Pflanzen.

Der Garten und das Besucherzentrum sind gratis zugänglich.

Der grösste historische Gemüsegarten der Schweiz

Gestern…

1723 kauft der Pariser Bankier schweizerischer Herkunft, Louis Guiguer, die Domäne Prangins und lässt das heutige Schloss erbauen. Die alten Gräben im Westen werden aufgeschüttet und das Gelände wird nivelliert. Auf der einen Hälfte der Erdaufschüttung beginnt der Schlossbau, auf der anderen wird Gemüse gepflanzt, damit die Arbeiter ernährt werden können. Der Gemüsegarten ist von Mauern eingefasst an denen Obstbäume an Spalieren gezogen werden. Dadurch profitiert er von einem besonderen Mikroklima: Er ist Wärmekammer im Sommer und Kühlschrank im Winter. Aufgrund des kreuzförmigen Grundrisses herrschen Ordnung und Symmetrie, betont durch Buchseinfassungen und Blumenschmuck.

…und heute

Seit der Eröffnung des Château de Prangins – Schweizerischen Nationalmuseums im Jahr 1998 ist der Gemüsegarten ein Konservatorium, das dem Erhalt der alten Sorten aus der Region gewidmet ist und die einheimische Biodiversität zeigt. Auf 5'500 m2 werden gegen 200 Arten angebaut:

  • Früchte
  • Gemüse
  • Heilpflanzen
  • Gewürze
  • Blumen
  • Nutzpflanzen (für die Faser- oder Farbgewinnung, zur Vertreibung von Insekten ...)

Wie das Museum legt auch der Garten den Schwerpunkt auf das 18. Jahrhundert. Es ist die Zeit der Aufklärung mit ihrer Begeisterung für das Reisen und die Wissenschaften, die beide dem Garten neue Sorten bescheren. Heute erfüllt der Nutzgarten auch einen pädagogischen Auftrag: Führungen, Workshops und verschiedene Veranstaltungen bieten den Besuchern vielseitige Erlebnisse und Informationen. Im Besucherzentrum, das 2011 im ehemaligen Nebengebäude des Gartens eröffnet wurde, können sich Alt und Jung auf interaktive und spielerische Weise mit landwirtschaftlichen und botanischen Themen aus dem 18. Jahrhundert bis heute befassen.

Der Garten des Château de Prangins und das Besucherzentrum mit der Ausstellung «Der Garten gibt sich zu erkennen» sind während des ganzen Jahres gratis zugänglich. Der kostenlose Gartenplan mit der Liste der Pflanzen und der Audioguide in drei Sprachen führen Sie zur Kornelkirsche, zur Runkelrübe und zum kleinen Wiesenknopf. Die meisten Früchte und Gemüse aus dem Schlossgarten werden in den Workshops verwendet und bereichern die Küche des Café du Château.

Schulen

Fächer: Naturwissenschaften, Geschichte, Geografie
Alter: 11–14 Jahre
Sprache: Französisch

Dank dem Besucherzentrum des Gemüsegartens und seiner Ausstellung kann der grösste Gemüsegarten der Schweiz zu jeder Jahreszeit besucht werden! Die didaktischen Materialien beinhalten eine Einführung in der Klasse und Ideen und Aktivitäten, um im Museum selbständig arbeiten zu können. 

Blogartikel zum Thema

Schweizerisches Nationalmuseum

31. März 2017

Ein Hauch von Frühling

Zum Frühlingsbeginn geizt der feuchtkalte Gemüsegarten meist noch mit seinen Reizen und geht mit einem ärgerlichen Rückstand ins Gartenjahr. Zum Glück sind da aber die Spalierbäume, welche die Besucherinnen und Besucher mit ihrer Blütenpracht entschädigen. Hintergründe und ein wenig Trost.

Weiterlesen
Alle Blogbeiträge